Veterinärdiagnostik



Das Scrapie-Infektionsrisiko ist genetisch festgelegt.
1. Scrapie

Scrapie gehört wie BSE zu einer Gruppe langsamer, übertragbarer und tödlich verlaufender Erkrankungen des Gehirns. Verursacher sind krankhaft veränderte Proteine (Prionen), die zu Schädigungen der Nervenzellen führen. Die Übertragung erfolgt z. B. über kontaminiertes Wasser oder Futter (auch Weiden). 

Zur Einschätzung des Scrapie-Risikos wird anhand der DNA aus einer Blutprobe der Genotyp bestimmt. Bestimmte Mutationen im Prionen-Gen des Schafes (ovines PrPc) erhöhen das Risiko einer Erkrankung.

Die Einteilung der Genotypen erfolgt in 5 Risikogruppen (G1-G5). Die Gruppe G1 ist nahezu resistent gegen eine Scrapieerkrankung und birgt auch für die Nachkommengenerationen kein Risiko. Ab der Gruppe G3 besteht ein erhöhtes Risiko für das Einzeltier.

Die Kenntnis über den Scrapie-Genotyp ist für die Züchtung von Schafen essentiell.

2. Spider Lamb Syndrom (SLS)

Das Spider Lamb Syndrom (SLS) ruft Skelettdeformationen bei Lämmern hervor. Ursache ist ein Gendefekt, den das Lamm sowohl von der Mutter als auch vom Vater vererbt bekommen hat. Ein Schaf mit nur einem defekten Gen ist gesund, aber Überträger der Krankheit. Seine Nachkommen können an SLS erkranken.

Für die Züchtung ist die Kenntnis über den SLS-Genotyp empfehlenswert.
Geeignetes Probenmaterial sind EDTA-Blut oder Ohrgewebeproben.


Kühe in einem offenen hellen Stall bei der Fütterung

Unter Zwicken versteht man unfruchtbare weibliche Rinder. Bei zweigeschlechtlichen Zwillingspaaren kommt es während der Trächtigkeit zum Austausch von Zellen und Proteinen, die beim weiblichen Fötus zu einer Unterentwicklung der Genitale führt.

Die eindeutige Diagnose erfolgt mit Hilfe eines molekularbiologischen Tests. In einer Blutprobe des weiblichen Tieres wird das Y-Chromosom nachgewiesen, das normalerweise nur bei männlichen Tieren vorkommt.


Dr. Reinhard Baier
Dipl. Biologe

Mail: molekularbiologie@food-jena.de

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Dr. Thomas Müller
Fachtierarzt für Lebensmittelsicherheit

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