42. BImSchV: Neue Pflichten für die Betreiber von Kühlanlagen

Zum Schutz vor Legionellen-Infektionen verabschiedete der Bundesrat die 42. Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchV) –die sogenannte „Verordnung über Verdunstungskühlanlagen und Nassabscheider (VerdunstKühlV)“.

Sie soll den hygienisch einwandfreien Betrieb von Kühlanlagen sicherstellen und damit das Risiko eines Austrags von Legionellen in die Umgebungsluft minimieren.

Mit der VerdunstKühlV werden Anforderungen rechtsverbindich, die in der VDI-Richtlinie 2047-2 (Sicherstellung des hygienegerechten Betriebs von Verdunstungskühlanlagen) als allgemein anerkannte Regel der Technik formuliert sind.

 

Hintergrund

Verdunstungskühlanlagen sind als Verursacher zahlreicher Legionelleninfektionen erkannt worden. Sie versprühen feine Wassertropfen in die Umgebungsluft. Sind diese mit Legionellen kontaminiert und gelangen in die Atemwege, können teils tödliche Lungenentzündungen auftreten.

Der Betrieb solcher Anlagen wird für mindestens acht Krankheitsfälle mit tödlichem Ausgang verantwortlich gemacht. Experten schätzen die Dunkelziffer jedoch höher. Im Januar 2010 ereignete sich in Ulm/Neu-Ulm ein Legionellen-Ausbruch mit 65 Erkrankten und fünf Toten. In Warstein wurden im August 2013 160 Legionellenerkrankungen mit drei Toten bekannt (Quelle: BMUB).

Verdunstungskühlanlagen werden häufig eingesetzt um Wärme, z. B. aus Produktions- und Fertigungsprozessen, Klimaanlagen von Bürogebäuden und Krankenhäusern abzuführen. Dazu wird Wasser über einen Wärmetauscher oder einen Füllkörper verrieselt. Die im Gegenstrom durchgeblasene oder gesaugte Luft lässt einen Teil des Wassers verdunsten und erzeugt so die erwünschte Kühlwirkung. Die hierbei üblichen Betriebstemperaturen fördern die Vermehrung von Legionellen. Mit der Abluft können Aerosole mitgerissen werden. Sind Legionellen darin enthalten, können diese mit dem Wind über längere Strecken und große Areale verteilt werden. Studien zeigten, dass Legionellen in Aerosolen überleben können.

Welche Parameter müssen überwacht werden?

Die 42. BImSchV verlangt neben engmaschigen, betriebsinternen Prozesskontrollen eine monatliche (Kühltürme) oder vierteljährliche (Verdunstungskühlanlagen und Naßabscheider) mikrobiologische Untersuchung des Kreislaufwassers. Durch akkreditierte Prüflabore werden die allgemeine Koloniezahl und die Legionellenkonzentration bestimmt.

Die Bestimmung der allgemeinen Koloniezahl dient der Überwachung des mikrobiologischen "Normalzustandes" des Kreislaufwassers. Der Normalzustand wird aus den ersten 6 Untersuchungen ermittelt. Jeder Kreislauf wird hierbei separat untersucht. Der Einsatz von Bioziden oder die Qualität des Zusatzwassers beeinflussen die allgemeine Kolonienzahl.

Die Legionellenkonzentration wird mindestens vierteljährlich im Wasserkreislauf kontrolliert. Dies dient dem direkten Schutz der Gesundheit, sowohl der Personen, die in Kontakt mit dem Kreislaufwasser kommen, als auch der Bevölkerung, die den Aerosolen ausgesetzt ist.

Abweichend von der VDI 2047 wird die Überwachung des humanpathogenen Bakteriums Pseudomonas aeruginosa in der 42. BImSchV nicht geregelt. Aus Sicht des Arbeitsschutzgesetzes und der Biostoffverordnung ist eine Untersuchung auf Pseudomonas aeruginosa jedoch anzuraten. Ein Nachweis des Bakteriums deutet u. a. auf eine massive Biofilmbildung auf Oberflächen innerhalb des Wassersystems und somit auf eine unzureichende Desinfektion oder mangelhafte Instandhaltung hin.

Unser Angebot

Die Food GmbH Jena unterstützt Sie bei der Erfüllung Ihrer Pflichten gemäß VerdunstKühlV.

Für die Probenahme stehen nach VDI 2074, Teil 2 geschulte Mitarbeiter zur Verfügung. Die Untersuchung erfolgt nach akkreditierten Prüfverfahren.

Gern unterbreiten wir Ihnen ein entsprechendes Angebot.

 

Kontakt

Dr. Annette Pohl
Wasseranalytik
Tel. 03641/3096-346
Mail: wasser@food-jena.de