Qualität der Futtermittel in Deutschland bestätigt

Im letzten Monat sind sowohl der Bericht zum Futtermittelmonitoring der QS Qualität und Sicherheit GmbH 2016/2017 als auch die Ergebnisse der amtlichen Futtermittelüberwachung 2016 erschienen. Beide Reporte belegen die hohe Futtermittelsicherheit in Deutschland.

Der Bericht zum Futtermittelmonitoring der QS Qualität und Sicherheit GmbH gibt in absoluten Zahlen die Qualität der Futtermittel in Deutschland innerhalb des QS-Systems wieder. Von 23 948 untersuchten Proben wiesen nur 205 einen Grund zur Beanstandung auf (0,86 %). Hierzu zählten die Überschreitung von Höchstgehalt, Richtwert oder Aktionsgrenzwert für unerwünschte Stoffe wie Dioxine, Schwermetalle, Salmonellen oder Antibiotika- und Pflanzenschutzmittelrückstände. 

In der Kategorie „Einzelfuttermittel aus Deutschland“ haben lediglich 0,3% der getesteten Proben Höchstgehalte oder Richtwerte überschritten. Bei Einzelfuttermitteln aus dem Ausland wiesen jedoch ca. 3% Überschreitungen auf.

Zur Risikobewertung von importierten Rohwaren innerhalb des QS-Systems wird daher eine interaktive Weltkarte mit allen verfügbaren Analysenergebnissen hier zur Verfügung gestellt.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat im September ebenfalls die aktuellen Ergebnisse der Futtermittelüberwachung 2016 ausgewertet. Es wurden 19 060 Inspektionen durchgeführt und 16 223 Futtermittelproben genommen.

Das amtliche Kontrollprogramm erfasst alle Bereiche der Futtermittelkette und umfasst sowohl Inspektionen (Prozesskontrollen) als auch Warenuntersuchungen. Anhand von Ergebnissen aus den vergangenen Jahren werden zudem besonders auffällige Bereiche identifiziert und nachfolgend stärker kontrolliert. Daher sind die veröffentlichten Zahlen nicht repräsentativ, und es ist davon auszugehen, dass die Beanstandungsquote über den gesamten Markt deutlich niedriger ist.

Die Beanstandungsquote der gezogenen Proben liegt mit insgesamt 9,7% auf Vorjahresniveau. 5,5% der untersuchten Einzelfuttermittel und 12,4% der untersuchten Mischfuttermittel wiesen Mängel auf. Innerhalb der Kategorie „Mischfuttermittel“ gab es jedoch Auffälligkeiten bei Futtermitteln für Heimtiere. Hier wurde jede fünfte untersuchte Probe beanstandet. Ähnlich hoch war auch die Beanstandungsquote bei Mineralfuttermitteln (18,2%).

Grund zur Beanstandung gaben u. a. die Gehaltsangaben für Inhaltsstoffe (z. B. Rohasche, Futtermittelzusatzstoffe), die Überschreitung der Höchstgehalte an Spurenelementen und zu einem geringen Teil die mikrobiologische Qualität (Verderb).

Absolute Ausnahmen waren Mängel aufgrund von unzulässigen Stoffen (z.B. tierische Bestandteile), unerwünschten Stoffen (z.B. Pestiziden) oder verbotenen Stoffen (z.B. gebeiztes Getreide).

Im Zuge der amtlichen Prozesskontrollen in Futtermittelbetrieben wurden im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung der Abweichungen um 3,1% festgestellt (2016: 15,7 %; 2015: 12,6%). Ursache hierfür waren zumeist Fehler im HACCP-gestützten Eigenkontrollsystem und/oder die nicht ordnungsgemäße Erfüllung der Anforderungen und Pflichten an die Futtermittelhygiene (gemäß Anhang II der Verordnung (EG) Nr. 183/2005).

Neues amtliches Futtermittelkontrollprogramm für die Jahre 2017-2021


Das amtliche Futtermittelkontrollprogramm ist jeweils für fünf Jahre ausgelegt und wird risikoorientiert an das aktuelle Geschehen angepasst. Einige Parameter stehen schon jetzt als relevante Aspekte des Kontrollprogramms fest.

Gentechnisch veränderte Organismen

Nicht in der EU zugelassene gentechnisch veränderte Organismen (GVO) sollen in den kommenden Kontrollen besonders berücksichtigt werden. Darüber hinaus wird hinsichtlich der korrekten Kennzeichnung sowie der Einhaltung des Schwellenwertes kontrolliert.

Untersuchung von eingeführten Futtermitteln

Im neuen Programm für die Jahre 2017-2021 sollen u. a. Futtermittelimporte aus Drittländern im Fokus stehen, da diese ein höheres Risiko aufweisen mit unerwünschten und unzulässigen Stoffen oder Pestizidrückständen kontaminiert zu sein.

Gehalte in Futtermittelzusatzstoffen, Vormischungen, Mischfuttermitteln und Einzelfuttermitteln

Ein Schwerpunkt wird die Elementbestimmung von Kupfer, Zink und Selen unter Berücksichtigung der Höchstgehalte sein. Weiterhin sollen die Vitaminhöchstgehalte in den Futtermittel eine Rolle spielen, da Vitamin A und Vitamin D vom Futtermittel auf das Lebensmittel übergehen können.

In Einzelfuttermitteln sollen bestimmte Zusatzstoffe näher beleuchtet werden (z. B. Ethoxyquin in Fischmehl)

Unerwünschte Stoffe

Die behördlichen Kontrollen werden sich weiter auf Dioxine/Furane sowie dioxinähnliche und nicht dioxinähnliche PCBs konzentrieren. Darüber hinaus wird die Verschleppung von Medikamenten wie Kokzidiostatika eine Rolle spielen. Unerwünscht sind ebenfalls Schwermetall- und Mykotoxin-Rückstände insbesondere in Futtermitteln von Primärproduzenten.

Rückstände von Pestiziden

Die Auswahl der zu untersuchenden Pestizide wird risikoorientiert getroffen. Aspekte, die zur Entscheidung beitragen, sind der potentielle Transfer in ein Lebensmittel tierischer Herkunft und/oder die Beeinträchtigung der Tiergesundheit.

Unzulässige Stoffe

Im Fokus stehen das Vorhandensein von verbotenen oder verschleppten antimikrobiellen Stoffe sowie anderen pharmakologisch wirksamen Substanzen sowie verbotene tierische Bestandteile in Futtermitteln oder Tränkwasser.

Inhaltsstoffe und sonstige Anforderungen nach der Verordnung (EG) Nr. 767/2009

Weiterer Kontrollschwerpunkt ist die Richtigkeit der Angaben zu Inhaltsstoffen. Hierzu zählen: 

  • die Überprüfung der ernährungsphysiologischen Qualität eines Futtermittels
  • Analysen der Parameter Rohasche und Mineralstoffe in Mischfuttermitteln
  • Untersuchung von Mineralfuttermitteln auf die Mineralstoffgehalte 

Quellen

Das komplette Futtermittelmittelkontrollprogramm (2017-2021) finden Sie hier!

Den Monitoring-Report der QS Qualität und Sicherheit GmbH finden Sie hier!

 

Unsere Leistungen im Bereich Futtermittelanalytik 
  

Wir bieten ein Analytikprogramm für Futtermittel an, dass den Anforderungen von Primärproduzenten, Herstellern von Einzel- und Mischfuttermitteln sowie Händlern gerecht wird.

Unser Labor ist außerdem für das QS- Futtermittelmonitoring zugelassen und wir prüfen Futtermitteln nach den Vorgaben des Vereins für Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG).

Analytik:

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Ansprechpartner
  

Dr. Karla Jochmann & Frank Tischendorf
- Futtermittelanalytik -

Tel. 03641/3096-335
Email: futtermittel@food-jena.de