Untersuchung auf Campylobacter spp. ab 2018 verpflichtend

Ab dem 01.01.2018 gilt für Campylobacter spp. ein neues Prozesshygienekriterium von maximal 1000 KBE/g auf Schlachtkörpern von Masthähnchen. Festgelegt wurde dies in der Verordnung (EU) 2017/1495 zur Änderung der Verordnung (EU) 2073/2005.

Um den zusätzlichen Verwaltungsaufwand von Lebensmittelunternehmern zu begrenzen, wird das Prüfkonzept für Campylobacter spp. an das von Salmonella spp. angelehnt. In der Durchführung dürfen die gleichen Halshautproben von geschlachteten Masthähnchen für die Untersuchung auf beide Erreger verwendet werden.

Ziel ist es, Hygienemängel zu identifizieren, und gezielt beseitigen zu können. Gemäß eines Gutachtens der EFSA, der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, könnte mit dieser Maßnahme das gesundheitliche Risiko für die Verbraucher um 50% senken.

Das SYNLAB Lebensmittelinstitut prüft die Geflügelschlachtproben gemäß der neuen Verordnung  (EU) 2017/1495 (Campylobacter in Schlachtkörpern von Masthähnchen) nach EN ISO 10272-2.

Unsere Experten beraten Sie auch umfassend zu den Analysenergebnissen.
  

Campylobacter-Enteritis - Geflügelfleisch und Rohmilch als wichtigste Infektionsquellen

Das im November 2017 erschienene Epidemiologische Bulletin des Robert-Koch-Instituts geht intensiv auf die Campylobacter-Enteritis ein. Im Jahr 2016 wurden mehr als 70 000 Erkrankungen allein in Deutschland gemeldet. In der gesamten EU wird von 230 000 gemeldeten Fällen ausgegangen. Somit hat die Campylobacter-Enteritis die Salmonellose als häufigste bakteriell verursachte Durchfallerkrankung in Deutschland und europaweit abgelöst.

Die Erreger sind meist Campylobacter jejuni (90%) und Campylobacter coli (7%). Seit Jahren nehmen die Fallzahlen zu (ca. 55 000 in 2001, ca. 74 000 Erkrankungen in 2016). Am häufigsten sind Kleinkinder und junge Erwachsene betroffen. Die meisten Infektionen erfolgen über den Verzehr tierischer Lebensmittel, vor allem Geflügelfleisch, das oft mit Campylobacter spp. kontaminiert ist.

Aber auch Rohmilch ist als Infektionsquelle bekannt. Für die Betreiber von Milchtankstellen ist daher verpflichtend, einen Hinweis für die Verbraucher auf das Erhitzen der Rohmilch vor dem Verzehr anzubringen. Zur Absicherung wird den Milchbauern eine regelmäßige Hygienekontrolle der Anlage auf pathogene Erreger wie Campylobacter, Listerien, EHEC, Salmonellen oder Staphylokokken empfohlen.

Die meisten Campylobacter-Enteritis Krankheitsfälle werden in den warmen Sommermonaten von Juni bis September registriert. Es gibt aber auch einen Anstieg der Fallzahlen in den ersten Januartagen. Verbrauchern wird empfohlen auf eine strikte Küchenhygiene zu achten und frisches Geflügelfleisch gut durchzugaren. 

   

Maßnahmen zur Reduzierung von Campylobacter in der Lebensmittelkette

Im ersten Schritt sollen die momentan sehr häufig auftretenden Campylobacter-Kontaminationen auf frischem Hähnchenfleisch durch die Verbesserung der Schlachthygiene verringert werden. Studien weisen darauf hin, dass während des Schlachtprozesses eine Kontamination der Karkassen-Oberfläche mit Darminhalt stattfindet. Dies führt dazu, dass aktuell auf 38-54% der frischen Hähnchenfleischproben aus dem Einzelhandel Campylobacter spp. nachgewiesen werden kann.

Im nächsten Schritt wird empfohlen die Erzeugung in landwirtschaftlichen Betrieben hinsichtlich des Campylobacter-Vorkommens stärker in den Fokus zu rücken. Hierzu wurden aber noch keine konkreten Maßnahmen veröffentlicht.
   

Weitere aktuelle Informationen zu lebensmittelbedingten Erkrankungen

Leistungen des SYNLAB Lebensmittelinstituts

  • Campylobacter-Nachweis (qualitativ und quantitativ) gemäß der aktuellen Verordnung (EU) 2017/1495
  • Mikrobiologische Prüfung im Rahmen von Eigenkontrollen z. B. der Stallhygiene (Geflügelzucht, Rinderhaltung), Milchtankstellen oder Fleischzulieferer auf pathogene Erreger und Indikatorkeime
  • Nachweis folgender pathogenen Erreger (kulturell und als Schnellanalytik per PCR, Auszug):

    • Salmonellen
    • Listerien
    • EHEC

Mehr Informationen zu den kompletten Leistungen im Bereich Mikrobiologie finden Sie hier!
   

Kontakt

Dr. Thomas Müller, Dr. Volker Spitzenberg, Dr. Martin Vödisch
- Mikrobiologie -
Tel. 03641-30 96 323/-324
mibi-jena@synlab.com